Garnelen für Nigiri Sushi zubereiten

Wir kennen sie alle aus dem Sushirestaurant: die Ebi Nigiri, gemeinhin auch als Garnelen Nigiri bekannt.

Egal wohin man geht, man kommt nicht dran vorbei, doch zuhause machen diese absolute Urform des Sushi die Wenigsten.

Zugegeben, auch ich mache die Ebi Nigiri sehr selten. Wenn dann mache ich die nur, wenn noch Garnelen vom Tempura übrig sind. Das liegt bei mir aber eigentlich nur daran, dass ich andere Varianten besser finde, das ist aber persönliche Präferenz.

Da ich dennoch einen Bildungsauftrag habe (:P), wirst du heute in der Kunst des „Garnelen Nigiri Machens“ unterwiesen.

Die Zutaten

Zuallererst brauchen wir große Garnelen. Nach Möglichkeit ‚Black Tiger‘ Garnelen, können aber auch vergleichbar große Garnelen sein. Hierbei ist es relativ egal ob Tiefkühlgarnelen oder frische Garnelen. Das ist ähnlich wie die Diskussion über TK Fisch vs. frischen Fisch. Frische Garnelen sind zu einem gewissen Grad geschmacksintensiver aber auch deutlich teurer. Weiterhin sind bei den meisten TK Garnelen die Köpfe und Beine schon abgelöst. Für den ein oder anderen sind die Köpfe von Garnelen schon leicht abschreckend.

Als nächstes brauchen wir kleine Holzspieße. Die gibt es meistens in der Backabteilung. Die sollten nicht zu dünn aber auch nicht zu dick sein. Diese Spieße werden wir dazu verwenden die Garnelen vor dem Kochen aufspießen, also kannst du dir vorstellen, dass die nicht sofort durchbrechen sollen.

Wenn du die Garnelen und Spieße hast,  geht es an…

Die Zubereitung

Zum warm werden entfernst du wenn nötig die Köpfe der Garnelen. Das geht am besten mit einem scharfen Messer, mit dem hinter der ersten großen Panzerplatte den Kopf abtrennst. Den Rückenpanzer, Beine, Schwanzflosse und den Darm lassen wir vorerst noch so wie sie sind.

Wenn jetzt alle Garnelen kopflos sind, spießt du jede Garnele mit einem Holzspieß auf.

Dafür stichst du dort ein wo vorher der Kopf war und stichst zur Schwanzflosse durch. Damit wird verhindert, dass sich die Garnelen während des Kochens zusammen ziehen und dann nicht mehr auf unser Nigiri passen.

Nun machst du alle Garnelen mit dem Holzspieß in einen Topf kochendes Wasser, und kochst die Garnelen bis sie sich in das typische rot verfärben. Lass hierbei die Garnelen nicht zu lange kochen, ansonsten werden sie zäh.

Da du jetzt alle Garnelen fertig gekocht hast, können wir uns daran machen die Garnelen von Rückenpanzer und Beinen zu entfernen. Dafür greifst du ganz einfach eine Seite der Beinchen und ziehst diese zum Rücken hin ab. Dabei ziehst du dann auch automatisch ganz simpel den Rückenpanzer und die andere Seite Beinchen mit ab. Die Schwanzflosse lassen wir aber in jedem Fall dran.

Sollte das etwas kryptisch klingen, so sei beruhigt, ich werde an das Ende des Posts noch ein Video packen.

Als nächstes nimmst du dir ein sehr scharfes, spitzes Messer und schneidest die gekochte Garnele auf der Bauchseite auf. Nicht ganz durchschneiden, aber so dass du die Garnele aufklappen kannst. Auch das machst du wieder mit allen Garnelen.

Sobald du damit fertig bist, geht es daran den Darm aus der Garnele zu spülen/wischen. Das geht ganz einfach indem du die nun offene Bauchseite der Garnele unter fließendem (kalten – lauwarmen) Wasser abspülst und den Darm mit etwas Druck auswäschst.

Das wars dann auch schon. Hier noch das versprochene Video, damit sollte alles etwas klarer werden. Das Video ist zwar auf Polnisch, aber für die Textanleitung hast du ja meinen Text 🙂

Viel Spaß bei deinem nächsten Ebi Nigiri

Foto: Thumbnail

7 Kommentare zu “Garnelen für Nigiri zubereiten”

  1. Hallo Tim,
    zuerst einmal Glückwunsch zu dieser schönen Seite! Mir gefallen Deine Ideen, die Rezepte und Deine Bescheidenheit und höflich Art sehr gut – denn das passt zum asiatischen Selbstverständnis!
    Wieso bist Du so zögerlich, wenn es um die Verarbeitung von „Abschnitten/Abfällen“ geht?
    Die Tiere sind doch schon für uns gestorben, da ist es doch nur unsere Pflicht, das Beste daraus zu machen. Es gibt doch überhaupt keinen Grund für Ekel. Wieso soll denn das Filet besser sein als der Kopf? Wer setzt denn diese Maßstäbe? Das alles ist ein „Ganzes“.
    Aus Krabbenköpfen und -schalen gewinnt man den besten Krustentierfond, aus Aalkarkassen natürlich die perfekte Sauce.
    By the way: Aale stehen auf der roten Liste und sind inzwischen ernsthaft vom Aussterben bedroht – wie andere Arten auch. Das liegt vornehmlich an der Glasaalfischerei und schlechten Bedingungen in den Flüssen, weniger am Angler oder am gelegentlichen Sushi-Esser. Dennoch: Verwende alles und mach das Beste daraus, wenn Du schon so ein Tier kaufst.
    Und ja, natürlich müssen wir alle uns über so etwas Gedanken machen, darüber sprechen und die Produkte so wählen, dass auch unsere Kinder und Enkel noch Sushi essen können. Das muss jede/r mit sich selbst ausmachen.

    Respekt und liebe Grüße!
    Andy

    1. Hi Andy
      vielen Dank für deinen Kommentar. In der Tat hast du recht, oft werfen wir zuviel weg.
      Ich möchte hier zeigen wie man Sushi selber machen kann, daher habe ich nicht weiter beschrieben wie man mit den Resten umgehen kann.

      Liebe Grüße

  2. Hallo Tim,

    danke fürs Benennen, welche Garnelen man nehmen sollte. Zuvor war ich unentschlossen, weil mir die tiefgekühlten Black-Tiger-Garnelen zu „kringelig“ schienen. Morgen werden sie eingekauft.

    Marco

  3. Hallo Tim,

    vielen Dank für die tolle Anleitung 🙂

    In deinem Video beträufelst du die Garnelen in der Schüssel noch mit Zitrone und gießt das dann mit Wasser auf, oder? Weil das nicht in der Text-Anleitung steht… Möchte nur wissen, was die Flüssigkeit ist, mit der du die Schüssel Garnelen auffüllst.

    Danke und LG
    Bea

    1. Hey Bea,

      das Video ist nicht von mir, ich kann dir die Antwort aber trotzdem geben.

      Die Zitrone gibt man einerseits für den Geschmack, andererseits aber auch für die Farbe dazu. Ohne Zitrone verfärben sich die Garnelen leicht bräunlich.

      Gruß Tim

  4. Hallo Tim,
    haben gestern zum zweiten Mal Sushi gemacht. Ist ganz gut geworden. Nur die Noriblätter haben die Essfreude etwas getrübt, den sie waren zäh und blieben beim Essen als kleine zähe Kugel im Mund zurück. Haben die Nori-Blätter von „Lien Ying“ gekauft. Hast du vielleicht einen Tipp, welche Noriblätter zu empfehlen sind? Vielen Dank schon mal im Voraus!

    1. Hi Melanie,

      das muss nicht zwangsläufig an den Nori Blättern liegen. Die Lagerung kann unter Umstände ein wenig schwierig sein. Wenn die Nori Blätter dabei nämlich Feuchtigkeit ziehen, können die diese von dir beschriebenen Eigenschaften annehmen. Deswegen bei den nächsten Blättern dieses Päckchen aufheben das die Luftfeuchtigkeit aufnehmen soll und die Blätter in einer Tupperdose aufheben.

      Zur Sicherheit hier einfach mal ein Link bei Amazon: http://sushiselbstmachen.de/k/nori. Ich hatte schon die von Diamond und Sin Wah. Beide waren hervorragend und haben sich lediglich leicht in der Farbe unterschieden.

      Wenn du dazu noch die Frischhaltetipps beachtest, dann verspreche ich dir, dass deine Essefreude nie wieder von Nori getrübt wird 🙂

      Gruß Tim

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